Telefonische und Videobasierte Pflegeberatung nach § 37 (3) SGB XI: Ein Fortschritt für die Pflege in Deutschland

12 Aug. 2024

Telefonische und Videobasierte Pflegeberatung nach § 37 (3) SGB XI: Ein Fortschritt für die Pflege in Deutschland

Die Einführung und Nutzung telefonischer oder videobasierter Beratung gemäß § 37 (3) SGB XI stellt eine bedeutende Weiterentwicklung der Pflegeberatung in Deutschland dar. Diese moderne Beratungsform bietet zahlreiche Vorteile sowohl für die zu Pflegenden als auch für die pflegenden Angehörigen und trägt zur Effizienz und Qualität der Pflege bei.

Vorteile für die zu Pflegenden

  1. Zugänglichkeit und Flexibilität:
    • Pflegebedürftige haben jederzeit Zugang zu Beratung, unabhängig von ihrer Mobilität oder geografischen Lage. Dies ist besonders wichtig für Menschen in ländlichen Gebieten oder mit eingeschränkter Beweglichkeit.
    • Beratungstermine können flexibel und kurzfristig vereinbart werden, was eine schnelle Unterstützung ermöglicht.
    • Die Verfügbarkeit rund um die Uhr und an allen Tagen des Jahres gewährleistet, dass Pflegebedürftige jederzeit Unterstützung erhalten können, was zu einer erhöhten Sicherheit und einem besseren Wohlbefinden beiträgt.

Vorteile für die pflegenden Angehörigen

  1. Entlastung und Unterstützung:
    • Pflegende Angehörige können durch die flexible und leicht zugängliche Beratung entlastet werden, da sie jederzeit professionelle Hilfe und Informationen erhalten können.
    • Die Möglichkeit, sich jederzeit beraten zu lassen, bietet eine wichtige Unterstützung im oft stressigen und anspruchsvollen Pflegealltag.
    • Termine können unproblematisch mit den Bedingungen in den Berufen der pflegenden Angehörigen abgestimmt werden.
  2. Kompetenz und Sicherheit:
    • Die Teilnahme an Beratungen ermöglicht es pflegenden Angehörigen, ihr Wissen über Pflege und Unterstützungsangebote zu erweitern, was ihre Pflegekompetenz und Sicherheit im Umgang mit Pflegebedürftigen stärkt.

Notwendigkeit der Beteiligung des pflegenden Umfelds

Eine erfolgreiche telefonische oder videobasierte Beratung setzt voraus, dass das pflegende Umfeld diese Form der Beratung wünscht und aktiv daran teilnimmt. Man wird damit nie alle zu Pflegenden erreichen und in bestimmten Fällen ist eine Beratung in der Häuslichkeit auch sinnvoller. Trotzdem wird diese Form der Beratung ein essenzieller Baustein der Pflege werden. Aus unseren Erfahrungen ist es sehr wichtig, dass mindestens eine Person aus dem pflegenden Umfeld bei der Beratung anwesend ist. Dies stellt sicher, dass die Informationen und Empfehlungen korrekt verstanden und umgesetzt werden können. Des Weiteren ist damit die sichere Umgebung während der Beratung innerhalb der Häuslichkeit gewährleistet.

Digitale Ausstattung der pflegenden Angehörigen

Damit die Beratung effektiv durchgeführt werden kann, ist eine entsprechende digitale Ausstattung der pflegenden Angehörigen notwendig. Dazu gehören:

  • Ein stabiler Internetzugang, um Videoanrufe ohne Unterbrechungen durchführen zu können.
  • Ein Computer, Tablet oder Smartphone mit Kamera und Mikrofon, um an Videokonferenzen teilzunehmen.
  • Grundlegende Kenntnisse im Umgang mit der verwendeten Technologie, um sicherzustellen, dass die Beratung reibungslos abläuft.

Dazu Prognosen von Statista – einer führenden Plattform für Markt- und Konsumentendaten: Im Jahr 2024 nutzen in Deutschland schätzungsweise 74 Millionen Menschen Smartphones und etwa 58 Millionen Menschen Tablets in ihrem täglichen Umgang. Laut Statista hatten im Jahr 2023 rund 88% der deutschen Bevölkerung ein Smartphone und 69% ein Tablet, wobei eine kontinuierliche Wachstumsrate in den letzten Jahren zu verzeichnen war.

Auswirkungen auf die Solidargemeinschaft

Der Einsatz moderner Beratungstechnologien hat auch positive Auswirkungen auf die Solidargemeinschaft. Durch eine effizientere und zugänglichere Pflegeberatung können Ressourcen besser genutzt und die Qualität der Pflege verbessert werden. Dies führt langfristig zu einer Entlastung des gesamten Pflegesystems und einer gerechteren Verteilung der Pflegeleistungen. Zudem wird die Solidarität innerhalb der Gesellschaft gestärkt, da alle Mitglieder, unabhängig von ihrem Wohnort oder ihrer Mobilität, gleichberechtigten Zugang zu Beratungsleistungen erhalten.

Insgesamt stellt die telefonische oder videobasierte Beratung nach § 7a (2) SGB XI eine wichtige Weiterentwicklung der Pflegeberatung dar, die zahlreiche Vorteile für alle Beteiligten bietet und einen positiven Einfluss auf die Solidargemeinschaft hat.

Antworten auf die Marktbetrachtung nach § 7a SGB XI der SBK BKK

Im Rahmen ihrer Marktbetrachtung nach § 7a SGB XI möchten wir Ihnen die folgenden Ausführungen zu den wesentlichen Aspekten der Pflegeberatung und den zugehörigen Dienstleistungen übermitteln. Unsere Pflegeberatung erfolgt ausschließlich telefonisch oder per Videoberatung gemäß § 7a Abs. 2 SGB XI und basiert auf den Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes zur einheitlichen Durchführung der Pflegeberatung nach § 7a SGB XI vom 7. Mai 2018, geändert durch Beschluss vom 09.01.2024. Diese Beratungen führen zu standardisierten Ergebnissen, da sie nach einheitlichen digitalen Standards durchgeführt werden. Damit sind sie vergleichbar und entsprechend auswertbar. Es ist immer gewährleistet, dass die Beratungen jeweils nach den gleichen Grundsätzen durchgeführt werden und sich nicht an Ideen und Auslegungen einzelner Berater orientieren.

Beratung: Unsere Beratung sind Standards und können auf einen individuellen Kassen-Standard angepasst werden. Sie werden digital erfasst und lassen so Auswertungen zu. Die Beratungsergebnisse können im Casemanagement eingesetzt werden, da in der Regel das Einverständnis des Versicherten dafür gegeben wird.

Wirtschaftlichkeitsgebot: Die Beratung per Telefon oder Video ist ressourcenschonend und verursacht keine Fahrkosten. Die ist aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten nicht zu unterschätzen.

Technik: Die eingesetzte Technik hat den Standard ärztlicher Videoberatungen und erfüllt alle in Deutschland gültigen Voraussetzungen und wird in der Praxis bereits langjährig durchgeführt.

Vorteile: Durch die enge Verknüpfung zu bestehenden Ärztenetzwerken ist auch eine durchgängige medizinische Betreuung sichergestellt werden. Dies ist gerade in ländlichen Regionen ein großer Vorteil.

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